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45 KULT AM PULT 1-2013 fein modellierte Prinzessin hingegen versucht sich unter einer Fahne zu verbergen. Ein gedrucktes Gegengewicht sorgt dafür, dass der Füllhalter trotz der asymmetrischen Gestaltung beim Ablegen nicht rollt, sondern die Edeldame immer oben sichtbar bleibt. Eben deswegen ist der gesamte Korpus gut ausbalanciert und inklusive der Griffzone in vielen Tests auf Schreibkomfort optimiert. Deshalb empfindet von der Mast, dass „sich dieses Schreibgerät wie ein meisterliches Stück anfühlt. Ich denke, dieser Nachweis ist erbracht und nun will ich den Markt überzeugen.“ Auf anderen Varianten des Federhalters naht die Rettung in Form des Heiligen Georg. Auch er lässt zahlreiche Details erkennen bis zur Lanze, und die Hufspur seines Pferdes ziert den Schaft. In diesen Schreibgeräten vereinen sich mehrere Besonderheiten: Das außergewöhnliche Material Titan, die ungewöhnlich fein gearbeiteten Darstellungen und – als vielleicht wichtigstes: Die mögliche Produktion bereits ab einem Exemplar. Denkbar sind auch Kleinserien, die sich etwa in einem oder mehreren Details unterscheiden. Oder eine Serie von Schreibgeräten, die eine Geschichte erzählt, sozusagen eine Bildergeschichte in 3D! Falls ein Exemplar etwa für einen Linkshänder bestimmt ist, so wird das Motiv einfach digital gespiegelt – und ganz einfach weitergedruckt. Der Phantasie sind dabei wenige Grenzen gesteckt; das eigentliche Limit liegt wohl eher im finanziellen Bereich. Denn für eine Einzelanfertigung werden je nach Wunsch ab 7.000 Euro fällig. Hinzu kommen Sonderwünsche wie der Besatz mit Edelsteinen oder eine ebenfalls individuell gestaltete Schatulle zur Aufbewahrung des Schmuckstücks. Andererseits relativiert sich diese Summe schnell vor dem Hintergrund, ein weltweit einzigartiges Stück zu besitzen oder eine Kleinserie herauszubringen – mit entsprechend niedrigeren Kosten pro Exemplar. Ein weiterer Nebeneffekt: Wer sich sein individuelles Schreibgerät hat drucken lassen, kann es für andere auf www.pjotr.biz zum Kauf freigeben. Diese weiteren Exemplare werden in kleinen Details verändert. Das ursprüngliche Stück bleibt also weiterhin was es war: ein Unikat – und der Kunde erhält Tantiemen. Vielleicht macht auch das aus dem „kleinen Pjotr“ eine große Geschichte. Die Revolution in den allerkleinsten Dingen hat begonnen. Firmengründer Rein van der Mast vereint traditionelle Schreib- Kultur mit aktueller Hochtechnologie. Neue Produktionsmethoden drucken Materialien dreidimensional: mit großen Feinheiten und nach individuellen Wünschen – auch gefräßige Drachen mit rot schimmerndem Rachen. Aus einem Druck: Von Pjotr sollen die weltweit ersten vollplastisch gedruckten Schreibgeräte stammen. Hier versucht die Prinzessin, sich vor dem Drachen zu verstecken. Die passende Schatulle ist aus Nylon gedruckt. Auch das illustriert die Zukunft eines Teils des Schreibgerätemarktes anhand der Möglichkeiten des 3DDruckes.


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